0941 782-4010
Fachausbildung Pflege • Caritas-Krankenhaus St. Josef • Universitätsklinikum Regensburg
11 Dez 2019

Austausch Bern

In dem neuen Austausch-Programm des PflegeCampus Regensburg haben wir die Chance bekommen einen kleinen Einblick in das Gesundheitssystem der Schweiz zu erlangen.

In zwei Wochen mit insgesamt sechs Tagen Praxiseinsatz und vier Tagen Unterricht an dem Berner Bildungszentrum für Pflege, konnten wir uns mit den anderen Austauschstudenten, sowie mit den neuen Kollegen auf Station, über die verschiedenen Gesundheitssysteme Europas austauschen. Die Unterschiede der unterschiedlichen Länder, machten sich bereits am ersten Tag bemerkbar. In unseren Einsatzorten wurden sie umso deutlicher. In den Institutionen, in welchen wir für die Praxiseinsätze waren, wurden wir stets mit offenen Armen empfangen. Aufgrund des wesentlich höheren Personalschlüssels fand man immer genug Zeit uns den Tagesablauf zu erklären und auf all unsere Fragen einzugehen.

So hatten wir die Chance sowohl stationäre als auch ambulante Tätigkeiten in der Pflege zu beobachten und daraus zu lernen. Besonders hervorzuheben ist dabei, dass in der Schweiz ein äußerst modernes System der digitalen Datenerfassung benutzt wird, was im starken Kontrast zu dem deutschen handschriftlichen Kurvenkortex steht. Sowohl der Personalschlüssel, die Krankenhaus Hierarchie als auch die Arbeitsutensilien unterscheiden sich zu Deutschland. Beispielsweise liegt der Personalschlüssel in der Schweiz bei acht Patienten pro Pflegekraft, in Deutschland liegt er bei etwa 14 Patienten pro Pflegekraft.

Auch das Ausbildungs- System für Krankenpflege unterscheidet sich. Dies fängt bereits beim Titel an. Während man in Deutschland nach einem bestandenen Examen die Berufsbezeichnung „Gesundheits- und Krankenpfleger/in“ trägt, wird man in der Schweiz als diplomierte/r Pflegefachfrau/mann betitelt, zudem ist in der Schweiz ein Studium notwendig. Dieses vierjährige Bachelorstudium bedarf am Abschluss auch einer Diplomarbeit. Praktische Prüfungen finden anders als in Deutschland nicht „live“ am Patientenbett, sondern in speziell dafür vorgesehen Räumlichkeiten im Berner Bildungszentrum Pflege statt. Hier werden Studierende mit einer ausgewählten pflegerischen Situation betraut, welche von einem extra dafür engagierten Schauspieler durchgeführt wird. Während der Lehrer beobachtet, müssen Studierende Handlungen durchführen und die richtigen Konsequenzen ziehen.

In den vier theoretischen Tagen haben wir unter anderem auch erfahren, wie das Schweizer Krankenkassen-System funktioniert. Sehr interessant waren zudem die Vorträge der anderen Austauschstudenten, in welchen das in dem jeweiligen Land praktizierte Gesundheitssystem vorgestellt wurde. Besonders interessant waren hier Aspekte zu Ansehen des Berufes, Aufgabenbereiche, Bezahlung und Weiterbildungen. So ist Pflege in allen anderen europäischen Ländern ein Studiengang, zählt in Italien und Spanien zu den am höchsten angesehenen Berufen und wird aber allerdings außer in Deutschland und der Schweiz nicht entlohnt; viel mehr fallen hier noch Studien- und Prüfungsgebühren an.

Auch freizeitmäßig wurde im Land des Franken vieles geboten: Während einige Austauschstudenten die Natur genossen und Berge bestiegen, saßen andere in Cafes oder bereisten nahe gelegene andere Städte wie Thun und Zürich. Auch der Berner Hausberg, der Gurten, bescherte uns einen atemberaubenden Ausblick über Stadt, Alpenland und umliegende Gebiete. Mit Hilfe der extra vom Bildungszentrum Pflege engagierten Studierenden, den sogenannten „student buddys“, bekam jeder Austauschstudent jemanden Einheimischen an die Hand gestellt, der ihm Tradition, Kultur und meistens auch Essen der Schweiz näher brachte. So lernten wir zum Beispiel, ein typisches Schweizer Fondue zuzubereiten und hatten auch die Chance, uns etwas an den Dialekt zu gewöhnen, der manchmal nicht ganz problemlos zu verstehen war.

 

Rückblickend kann man sagen, dass wir in den zwei Wochen viele interessante Einblicke in Gesundheitssysteme anderer Länder bekommen haben, und wir mit gute Erfahrungen nach Deutschland zurück kommen.

 

Julia Werkmann, Christin Frank