Auslandspraktikum Tschechien/Pilsen 2026

Vier Schülerinnen des PflegeCampus hatten die Möglichkeit, ihr 14-tägiges Auslandspraktikum in Tschechien zu absolvieren. Hier berichten sie von ihren Eindrücken und Erfahrungen:

"Die ersten beiden Tage starteten mit den Sprachanimationstagen der Organisation „Tandem“. Dort nahm sich eine Mitarbeiterin viel Zeit, um uns die tschechische Sprache und Kultur näherzubringen. Wir lernten nicht nur einfache Begriffe und Redewendungen wie „Guten Tag“ (Dobrý den), „Ich heiße …“ (jsem …) oder „Wie geht es Ihnen?“ (Jak se máte?), sondern auch wichtige Wörter aus dem Pflegebereich, die uns während unseres Praktikums im Krankenhaus weiterhelfen konnten. Dazu gehörten beispielsweise „Blut“ (krev) und „Körper“ (tělo).

Darüber hinaus wurden wir gut auf unseren Aufenthalt vorbereitet. Gemeinsam kauften wir Tickets für die öffentlichen Verkehrsmittel und fuhren die Busstrecken zu den jeweiligen Krankenhäusern ab. Dadurch konnten wir uns bereits vor Beginn unseres Praktikums orientieren und uns mit den örtlichen Gegebenheiten vertraut machen. Den Stationsalltag in einem anderen Land erleben zu dürfen, war für uns alle besonders interessant. Dabei konnten wir feststellen, dass es sowohl Gemeinsamkeiten als auch Unterschiede zwischen der Pflege in Tschechien und Deutschland gibt. In Tschechien gibt es auf jeder Station eine Lehrerin, die sich um die Auszubildenden kümmert und sie während ihrer praktischen Einsätze begleitet. Anders als bei uns haben die Auszubildenden nicht unbedingt eine feste Pflegefachkraft, der sie während des Dienstes zugeteilt sind. Auch die Organisation der Pflege unterscheidet sich teilweise von unserem gewohnten Arbeitsalltag. In Tschechien wird auf manchen Stationen nach dem Prinzip der Funktionspflege gearbeitet. Das bedeutet, dass die Pflegefachkräfte bestimmte Aufgaben übernehmen, für die sie zuständig sind. Dadurch konnten wir eine andere Arbeitsweise kennenlernen und unseren Blick auf die verschiedenen Organisationsformen in der Pflege erweitern. Bei den medizinischen Geräten stellten wir ebenfalls Gemeinsamkeiten und kleinere Unterschiede fest. Viele Geräte, wie beispielsweise das Blutdruckmessgerät, waren uns bereits aus Deutschland bekannt. Beim EKG konnten wir hingegen leichte Unterschiede entdecken. Solche Beobachtungen waren für uns besonders spannend, da wir dadurch unseren bisherigen Wissensstand mit den Erfahrungen in einem anderen Land vergleichen konnten. 

Ein weiterer Höhepunkt unseres Auslandspraktikums war der gemeinsame Ausflug nach Prag. Dort besuchten wir das Blindenmuseum und nahmen an einer Führung teil. Das Museum ermöglichte uns, uns intensiver mit dem Leben von Menschen mit Sehbeeinträchtigungen auseinanderzusetzen und ihre Perspektive besser nachzuvollziehen. Dieser Einblick war für uns sehr interessant und zeigte uns, wie wichtig es ist, sich in andere Menschen hineinzuversetzen und ihre individuellen Herausforderungen zu verstehen. Den restlichen Tag durften wir Prag selbstständig erkunden. Wir hatten die Möglichkeit, die Stadt mit ihren beeindruckenden Sehenswürdigkeiten kennenzulernen, durch die Straßen zu schlendern und die tschechische Küche zu genießen. Auch die Stadt Pilsen konnten wir während unseres Aufenthalts näher kennenlernen und Eindrücke vom Alltag und der Kultur unseres Nachbarlandes sammeln. Wir würden uns jederzeit wieder für ein Auslandspraktikum bewerben! Die zwei Wochen waren für uns eine unglaublich lehrreiche Zeit, in der wir mit vielen Menschen aus unserem Berufsfeld in Kontakt kamen und wertvolle Erfahrungen sammeln konnten. Besonders bereichernd war es, die Pflege aus einer anderen Perspektive kennenzulernen, neue Arbeitsweisen zu entdecken und Gemeinsamkeiten sowie Unterschiede zwischen den beiden Ländern zu erkennen. Ein Auslandspraktikum bietet die Möglichkeit, nicht nur fachlich dazuzulernen, sondern sich auch persönlich weiterzuentwickeln. Man lernt, offener auf neue Situationen zuzugehen, sich auf andere Gegebenheiten einzustellen und über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen. In diesen zwei Wochen entstehen außerdem viele gemeinsame Erinnerungen und unvergessliche Momente, die uns noch lange begleiten werden. Wir sind sehr dankbar, diese Erfahrung gemacht haben zu dürfen, und können allen Auszubildenden nur empfehlen, die Chance auf ein Auslandspraktikum zu nutzen. Es lohnt sich, den eigenen Beruf einmal aus einer ganz anderen Perspektive kennenzulernen!"